Bedeutung der Familiennamen
Allgemeine Hinweise
Die deutschen Familiennamen lassen sich in fünf Gruppen einteilen: Familiennamen aus Rufnamen, Familiennamen nach der Herkunft, Familiennamen nach der Wohnstätte, Familiennamen aus Berufs-, Amts- und Standesbezeichnungen, Familiennamen aus Übernamen. |
Übernamen deutet auf ein individuelles Merkmal des ersten Namensträgers (etwa Aussehen, Kleidung, Charakter, Verhaltungsweise, Gewohnheiten und andere) zurückgehender Familienname, zum Beispiel: Fröhlich, jung. |
![]() | Bach |
Der Name kommt von der Wohnstätte am Bach (der am Bach wohnt).
![]() | Bartels |
Der Name Bartels
Ein häufiger Name in Norddeutschland (Küste), abgeleitet von Bartelt (germanischer Personenname Berthold, auch von Bartholomäus)
Quelle: Bahlow, Hans: Deutsches Namenlexikon, München 1967
Kunze, Konrad: dtv-Atlas Namenkunde, München 1989
![]() | Brandes |
Der Name "Brandes"
Brandes kommt vor allem in Norddeutschland (Hamburg) häufig vor. Brandes ist der Genitiv zu Brand. Brand hinwiederum ist eine vor allem in Norddeutschland beliebte Kurzform für den germanischen Namen Hildebrand.
Brandes kommt auch als jüdischer Name vor.
Brandis ist ein Ortsname in Sachsen.
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.
![]() | Dötzer |
vielleicht aus einem Rufnamen entstanden?
![]() | Dümmler, Tümmler |
Der Name "Dümmler"
Dümmler bedeutet ein unruhige lärmender Mensch (von mhd. tumelen, auch Getümmel oder auch den Delphin "Tümmler". Es kommt aber auch eine Ableitung von mhd. tumeler = Steinschleudergeschütz in Frage.
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.
![]() | Engelke |
Niederdeutsche Kurzform zu Engelhard oder Engelbrecht.
![]() | Franz |
aus dem Vornamen Franz entstanden.
![]() | Greuel |
Der Name "Greuel"
Der Name Greuel gehört nicht zu den häufigen Namen. Er wird schon mal mit "Grau" in Verbindung gebracht, auch mit "Greulich". Die Bezeichnung in mittelhochdeutsch ist "griuwel". Die Bedeutung hängt wohl zusammen mit "Schrecken erregend, gräulich".
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.-
![]() | Hager |
Der Name "Hager"
Herkunft von der Wohnstätte "aus dem/am Hag", wechselt auch mit "Hagen".
Quelle: Bahlow, Hans: Deutsches Namenlexikon, München 1967
Kunze, Konrad: dtv-Atlas Namenkunde, München 1989
![]() | Heitsch |
auch Heitz, Variante zu Heinrich
![]() | Hermann |
aus dem Vornamen Hermann entstanden.
![]() | Heuer |
Der Name "Heuer"
Im deutschen Namenslexikon steht unter Heuer ?s. Heu!? Es wird darauf hingewiesen, dass in Norddeutschland (Hamburg) oft Hauer oder Hoyer verwendet wird. Unter Heu wird verwiesen auf den Heubauer oder Mäher (mittelhochdeutsch: höuwer = Heuschneider, Mäher). .
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.-
![]() | Hoefermann |
Besitzer eines Hofes oder jemand, der mit einem Hof belehnt wurde.
![]() | Hoyer |
Der Name "Hoyer"
Hoyer (Hoger), alter niederdeutscher Personenname, früher im Adel beliebt, kommt auch in Ortsnamen vor (Hoyershagen, Hoyershausen). Man muss aber im Niederdeutschen hier auch Heuer in Betracht ziehen.
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.-
![]() | Kesselhut(h) |
Einer der Helme herstellt oder trägt.
![]() | Koch |
Der Name "Koch"
Koch ist ein Berufename. Koch, Köchle, Kochly, Kock Koock Kox, Coccejus sind die verschiedenen Namensformen im deutschen Sprachraum. Wie die Kochkunst ist der Name römischer Herkunft (lateinisch coquus, griechisch-Lat. Magirus. Der Name Koch gehört zu den häufigsten Namen. Im Mittelalter war eben das Kochgewerbe sehr wichtig.
2,34 % betrug 1970 der Name Koch an den deutschen Familiennamen. Die Kochs lagen damit an 13. Stelle
Quelle: Bahlow, Hans: Deutsches Namenlexikon, München 1967 Kunze, Konrad: dtv-Atlas Namenkunde, München 1989
![]() | Lungershausen |
Der Name Lungershausen
Der Name Lungershausen wird von einer Ortsbezeichnung abgeleitet. Der Ort, um den es hier geht, war früher einmal ein Pfarrort, in der Nähe von Oberheldrungen, Lundershausen genannt. Bei Arnold Lungershausen (s.u.) ist dazu nachzulesen, dass dieser Ort schon mal Lungershausen hieß. Es war der Rittersitz der Lungershausen. Arnold Lungershausen schreibt zu der Schreibweise Lungershausen-Lundershausen, dass unterschiedliche Schreibweisen im thüringischen Dialekt liegen. So wird aus Hände = Hänge, aus erfunden = erfungen, aus Kinder = Kinger.
Unterschiedliche Schreibweisen abhängig vom Dialekt kamen früher häufiger vor (Schele = Scheile).
So wie die Schreibweise des Ortes nicht durchgängig Lungershausen war, so ist es auch bei den Familiennamen. Die Schreibweisen sind so
Lungershausen,
Lundershausen,
Lungishusen,
Lungeshusen,
Lungenshusen,
Lungeszhusenn,
Lungehhuß,
Lungirshhusen,
Lungerßhusen,
Londershausen,
Lummershausen
Lohnershausen.
Quelle: Lungershausen, Arnold: Die Herkunft und Verbreitung der Familien Lungershausen, Winsen (Holstein) 2000.
![]() | Lohmann |
Herkunftsname, der Mann aus Lohe oder Loh, ein Mann der am Wald oder Gebüsch wohnt. Vereinzelt ist auch eine Ableitung lvom Lohgerber möglich.
![]() | Müller |
Auch Möller, Miller, Mulinar, Müllner. Müller ist der häufigste deutsche Familienname (1975). Kommt auch vor in der lateinischen Übersetzung als Molitor. Berufsname. sowohl ein Mühlenbesitzer als auch ein Mühlenpächter wurde so genannt. Häufig gibt es noch Unterscheidungen, wie Bachmüller, Lohmüller Obermüller, Angermüller, Oelmüller usw.
![]() | Niemann |
Niederdeutscher Name für Neumann, das heißt der Neue, ein Neubürger.
![]() | Riggers |
Auch Riggert. in alten Urkunden wurde der Name auch Richardus geschrieben. Wahrscheinlich also eine Ableitung vom Rufnamen Richard.
![]() | Zahn |
Der Name "Zahn"
Zahn hat meistens etwas zu tun mit herausragenden oder auffallenden Zähnen. Zahn gehört zu den Namen die von Teilen des Körpers, hier also des Kopfes abgeleitet werden. Zahn kam im Telefonbuch 1990 von München 129 mal vor.
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.
Kunze, Konrad: dtv-Atlas Namenkunde, München 1989
![]() | Ziebell |
Der Name Ziebell
Zibell, Zieboll: Mittelhochdeutsch zibolle (lateinisch cepulla) = Zwiebel. Übername des Landmanns oder Kräuters. Slawisch -polnisch cebula.
Literatur: Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, München 1967.-
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