Familienforschung Greuel-Koch

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Salz - Das weiße Gold

"Jedes deiner Speiseopfer mußt du salzen; du darfst das Salz des Bundes mit deinem Gott bei deinem Speiseopfer nicht fehlen lassen; allen deinen Speiseopfern mußt du Salz hinzufügen."

So steht es im 3. Buch Moses. Die Zitate aus der Bibel, die das Wort Salz beinhalten, lassen sich fast beliebig fortsetzen.

Im Buch Esra lesen wir: "Was man braucht an Jungstieren, Widdern und Lämmern zu Brandopfern für den Gott des Himmels, ferner an Weizen, Salz, Wein und Öl soll nach Angabe der Jerusalemer Priesterschaft ihnen tagtäglich ohne Unterlaß gegeben werden! "

"Aber kann man Geschmackloses ohne Salz essen, oder steckt Wohlgeschmack im Schleim einer faden Pflanze? " , so steht es im Buch Jiob.

Jesus Sirach sagt "Das Wichtigste zum Leben für den Menschen ist Wasser, Feuer, Eisen, Salz, das Mark des Weizens, Milch und Honig, das Blut der Trauben, Öl und Kleidung. "

Aber auch im Neuen Testament finden wir ein Zitat bei Mathäus. Danach sagt Jesus in der Bergpredigt: "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es salzen? Es taugt zu nichts weiter, als daß es hinausgeworfen und zertreten wird von den Menschen. "

Diese Zitate aus der Bibel zeigen schon die Bedeutung des Salzes auf, die Anwendung zum Würzen von Speisen, gleichzeitig zeigen sie aber auch, daß mit dem Salz eine Symbolik verbunden war. Diese Symbolik blieb über Jahrhunderte erhalten.

Als Beispiel werden die Salzburger Protestanten aufgeführt. Tauchte um 1700 n.Chr. herum ein Mensch im Salzburgischen seinen Finger in das unter einem Telle versteckte Salz, so zeigte er damit an, daß er auch zu den sogen. Salzfressern, den Protestanten gehörte. Auch der gemeinsame Auszug der Protestanten 1731/32 wurde durch Salz beeidet.

Nach einem heute noch bekannten Sprichwort bringt das Verschütten von Salz Unglück. Fraglich ist jedoch, dieses Sprichwort in den nächsten Generationen noch im Bewußtsein der Menschen verbleiben wird, wo unsere Generation doch dazu übergegangen ist, im Winter Salz tonnenweise auf die Straße zu werfen.

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit, die über das ausschließliche Sammeln von Zahlen und Daten hinausgeht, bringt für den kritischen Menschen auf jeden Fall ein Ergebnis: Es sinkt die Bewunderung für den heutigen Stand von Kultur und Technik im gleichen Maße wie die Achtung vor dem, was unsere Vorfahren geleistet haben, steigt. Dabei sind es nicht nur die angenehmen Seiten, wenn man feststellt: "Es ist alles schon mal da gewesen."

Wieder an einem Bibelzitat wird das deutlich:
"Und nun befreie ich euch und lasse allen Juden die Steuern nach, auch die Salz- und die Kronensteuer.", so schreibt König Demetrius an das jüdische Volk, aufgezeichnet im Ersten Buch der Makkabäer.

Man hat also schon immer versteuert, was Menschen nötig brauchten. Die Salzsteuer kann man dann auch als einen Vorläufer der Mineralsteuer sehen.
Es ist noch gar nicht so lange her, als hintergründig ein Krieg um Bodenschätze stattfand, der Golfkrieg.

Auch um das Salz und die Salztransportwege, die Salzstraßen hat es immer wieder Auseinandersetzungen gegeben. Der römische Schriftsteller Tacitus bericht über eine Schlacht zwischen den germanischen Volksstämmen Chatten und Hermunduren, die im Jahre 58 n.Chr. stattgefunden hat. Dabei ging es um die Salzquellen an einem Grenzfluß. Ammianus Marcellinus berichtet von Kämpfen um Salzquellen an einem Fluß zwischen den Burgunden und den Alamannen um 360 - 370 n.Chr.. In beiden Fällen ist der Name des Flusses nicht angegeben. Daß die Kämpfe an der Fränkischen Saale stattfanden, ist bisher nicht bewiesen. Es gibt aber durchaus Gründe, die für die Fränkische Saale sprechen.

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(c) 2012 Günther Greuel Bad Kissingen