Salz aus Bad Kissingen, Geschichte
Als erste sichere Belege für die Kissinger Salinen gelten Schenkungsurkunden aus dem Jahr 823 n.Chr. , in denen zur Zeit Ludwig des Frommen die Grundherren Erkambraht, Gotehelm vom Saalgau und Wicpraht vom Saalgau Salinenanteile an das Benediktiner-Kloster Fulda übertrugen. In der Urkunde werden zwei Siedestätten, nämlich die Obere Saline und die Untere Saline erwähnt.
Ein Beleg aus dem Jahr 1250 zeigt, daß das Kloster zu Hausen Salinenanteile aus dem Nachlaß von Wolfram von Lülbach erhalten hat.
1441 bestätigt der Bischof Simund von Würzburg dem Hans Viekorn neben verschiedenen Gütern auch ein Sodem zu Kissingen die von Heinzvierkorn del. auf ihn vererbt sind . 1460 besaß Cyriakus von Herbilstadt die Avordere Salzsode@ bei der Brücke zu Kissingen. 1502 belehnte der Fürstbischof zu Würzburg den Kaspar von Bibra mit dem vorderen Salzsoden bei der Brücke zu Kissingen.
Nach der Aufgabe des Klosters Hausen durch die Prämonstratenserinnen als Folge des Bauernkrieges und der Grummbachschen Händel hatte die Produktion von Salz offfensichtlich kaum noch Bedeutung. Gegen 1560 fanden Aintensive@ des Fürstbischofs Friedrich von Wisberg mit Caspar Seeler aus Augsburg und Friedrich Hornschuh aus Nürnberg statt, mit dem Ziel, die Saline wieder neu aufzubauen.Am 30. September 1562 wurde zwischen dem Fürstbischof mit dem Domkapitel, vertreten durch Domprobst und dem Domdekan einerseits und auf der anderen Seite dem Akaiserlichen Münzmeister@ Kaspar Se(y)ler von Augsburg und dem Patrizier Berthold Holzschuher von Nürnberg mit ihren Mitverwandten und Erben ein Vertrag geschlossen. Er erlaubte Seeler und Holzschuher für für 40 Jahre die Benutzung aller Salzquellen im Hochstift Würzburg. Sie hatten dafür den Zehnten zu zahlen, der Fürstbischof hatte das Vorkaufsrecht für das gesottene Salz. Holzschuher und Seeler erhielten den notwendigen Platz für die Erbauung von Wohnhäsern, Hütten und Kästen. Sie mußten in der Salinenanlage wohnen. Baubeginn für die neue Saline war 1563. Seller und Hozschuher gaben aber 1570 die Kissinger Saline auf, da sie nicht den erhofften Gewinn erwirtschaften konnten.
1576 erhielt Jodok (Jobst) Teichmann,der früher bei bei Seeler angestellt war als Diener und AFactor@ und sich selbst ach als Chemiker bezeichnete die Saline. Ihm wurden aber Auflagen gemacht. Er mußte weitere Sudpfannen bauenund auch Gradierwerke. Teichmann hatte eine jährliche Abgabe von 50 Gulden zu zahlen.
Der Bischof erhöhte die jährliche Pacht 1606 auf 180 Gulden. Die Saline war also offensichtlich erfolgreich.
Ein Niedergang der Salzproduktion erfolgte offensichtlich durch den Dreißigjährigen Krieg. Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (1642 - 1673) verpachtete den Salzbrunnen 1655 neu.
Ab 1738 erhielt ein Mann namens Todesco Anteile an der Saline. Todesco, der wohl auch in Nauheim tätig war, errichtete 1740 neue Pumpen, ein großes Wasserradzum Antrieb der Pumpen und neue Gradieranlagen.
Neben der Unteren Saline wurde in der Oberen Saline der Schönbornsprudel und der Friedrichssprudel benutzt Matthes Stöcklein erhielt den Schönbornsprudel 1690 gegen eine jährliche Abgabe von 200 Gulden. Der Siedebetrieb dauerte nur bis 1725. In dem Jahr wurde die Anlage nämlich durch Blitzschlag zerstört.
Die Friedrichsquelle wurde vom letzten Drittel des 18. Jahrhunderts bis 1865 genutzt.
1757 wurde auf der Unteren Saline Johann Michael Schambach als neuer Pächter eingesetzt. Die Pachtsumme betrug nun 1400 Gulden. Man kann daraus sehen, daß die Saline gut lief. Schambach hatte erkannt, daß die in Kissingen produzierte Salzmenge weit unter der Nachfrage lag. Schambachs Vertrag wurde 1763 verlängert.
Fürstbischof Friedrich Adam von Seinsheim (1755 - 1779 genehmigte am 18. Juni 1763 den Bau einer neuen Salinenanlage, die ab 1. März 1764 als Obere Saline errichtet wurde. Im Zuge der Errrichtung der neuen Saline wurde der Schönbornsprudel bis zu einer tiele von 50 1/2 Fuß abgeteuft, die Friedrichsquelle neu gefaßt, und ein Kanal gebaut, der das nötige Wasser zum Antrieb der Räder zur förderung der Sole lieferte, es wurden parallel verlaufende Gradierwerke und ein neues Sudhaus gebaut. Die Arbeiten konnten 1772 beendet werden.
Mit dem Ausbau der Saline bildete sich eine aus 40 Anteilen zusammen gesetzte Salinensozietät, von der der Landesherr 22 Anteile und pjrivate Anleger über den Rest verfügten. bis 1768 hatten die Anteileigner 180 000 Gulden in die General-Salinenkasse gezahlt.
Die Entwicklung der Produktion verlief recht günstig, owohl die angestrebte Menge von 10 000 Zentnern nicht erreicht wurde.
Um 1800 verpachtete die Hofkammer in Würzburg die Obere Saline nach dem Rückzug von 18 privaten Anteileignern an die Würzburgischen Handelsleute Ketschenberger und Vonderscher gegen 16 000 Gulden Pacht jährlich für 30 Jahre. Die Produktion erreichte jetzt 26 000 bis 30000 Zentner Salz jährlich.
Mit dem durch Napoleon herbeigeführten Ende des Deutschen Reiches wechselte das Obereigenthum der Saline nach der Säkularisation 1803 an Bayern, vorübergehend dann bis 1814 an den habsburgischen Großherzog von Toscana und anschließend endgültig an das Königreich Bayern.
1968 (69) wurde zum letzten Mal Salz gesotten.
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